· in etwa 7 Jahren
Zuletzt werde ich wieder allein stehen
ZukunftGanz am Schluss kommt die Ersatzbrücke weg, Pfeiler für Pfeiler, und das Ufer bekommt seine alte Form zurück. Dann stehe ich wieder allein hier, so wie vorher, nur dass ich es diesmal noch lange bleiben kann.
· in etwa 6 Jahren
Am Ende werde ich wieder im Dienst sein
ZukunftAm Ende der Sanierung übernehme ich den Verkehr zurück. Geprüft, mit erneuerten Teilen, und doch immer noch die von 1895. Wer über mich fährt, merkt hoffentlich nichts von alldem, und das wäre das schönste Zeugnis.
· in etwa 2 Jahren
Die Arbeiten an mir beginnen
ZukunftSobald der Verkehr nebenan rollt, beginnt die Arbeit an mir. Vier Jahre sind dafür veranschlagt, an den Tragwerk von 1895 und denen von 1945, die ich glaubte nur behelfsmäßig zu bekommen. Vier Jahre, damit ich die nächsten hundert schaffe.
· in etwa 2 Jahren
Künftig wird niemand mehr über mich fahren
ZukunftAb diesem Tag fährt niemand mehr über mich, zum ersten Mal seit über hundert Jahren. Nebenan rollt der Verkehr über die Ersatzbrücke, die Umwege haben ein Ende. Auf mir kehrt eine ungewohnte Stille ein, und genau diese Stille ist die Voraussetzung für die Arbeit an mir.
· in etwa einem Jahr
Neben mir wird dann eine zweite Brücke entstehen
ZukunftDann rücken die Baugeräte an, und die ersten Pfeiler gehen neben mir in die Donau. Vierzehn Monate dauert das, ehe die Behelfsbrücke den Verkehr übernehmen kann. So lange trage ich weiter, was mir geblieben ist.
· vor 16 Tagen
Stahlbau-Ausschreibung steht bereit
Hört, hört, ihr Bau- und Handwerksleut! Die Pläne für mein neues Gewand könnt ihr online einsehen, meine Ausschreibung ist seit dem 21. September im offiziellen Amtsblatte der EU kundgetan und harrt eurer Angebote! Nun liegt es an den fähigsten Betrieben von heute, mich für das nächste Jahrhundert zu rüsten. Wer von euch nimmt diese ehrwürdige Herausforderung an?
· vor 35 Tagen
Mein neuer, alter Farbton kommt zurück
Man sagt, dass jede Mode früher oder später wiederkehrt, so auch mein Lieblingsfarbton von vor 80 Jahren - ganz bewusste, als Rückbesinnung auf meinen historischen Ursprung. So werde ich mein grünes Kleid, durch ein Graues tauschen. Mein erstes gemeinsames Gewand nach dem... Mehr lesen
· vor 141 Tagen
Platz gewinne ich an allen Seiten
Laut Bescheid des Bundesdenkmalamts: 6 Meter Fahrbahn auf zwei Fahrstreifen zu je 3 Metern, 2,5 Meter Rad- und Gehweg auf beiden Seiten, insgesamt 2,14 Meter mehr Breite. Busse, Lkw, Einsatzfahrzeuge und landwirtschaftliche Fahrzeuge können mich künftig sicherer passieren. Neue... Mehr lesen
· vor 142 Tagen
Autos dürfen nicht mehr über mich
Seit diesem Tag kommen nur noch Menschen zu Fuß, mit dem Rad und die Bauern bis fünf Tonnen über mich, weiterhin in beide Richtungen. Alle anderen fahren über die St. Pöltner Brücke (B 37), ein Umweg von bis zu zehn Kilometern, jeden Tag. Meine Fahrbahn wurde dafür von 5,44 auf... Mehr lesen
· vor 145 Tagen
Nur mehr einstreifig für alle
Erhebliche Schäden an meinen tragenden Bauteilen fand ein Gutachten vom 21. April 2026, vor allem fortgeschrittene Korrosion und Materialverluste. Deshalb schrumpft meine Fahrbahn ab Montag, 18. Mai 2026, 8 Uhr, von 5,44 auf 3,75 Meter, einstreifig für alle Richtungen, beide... Mehr lesen
· vor 148 Tagen
Breiter darf ich werden
Das Bundesdenkmalamt genehmigte eine Verbreiterung der Fahrbahn um rund 64 Zentimeter, vereinbar mit Denkmalschutz und dem UNESCO-Welterbe Wachau, sagt der Bescheid. Mein historisches Gesicht bleibt dabei nur geringfügig verändert, Verkehrssicherheit und Nutzungsmöglichkeiten... Mehr lesen
· vor 163 Tagen
Prüfer sehen, was ich trage
Prüfer fanden Korrosion und Materialverluste an tragenden Teilen. Deshalb wird meine Fahrbahn schmäler, damit ich weiter sicher trage.
· vor 194 Tagen
Die Suche nach den Baufirmen beginnt
Gesucht sind die Firmen, die die Ersatzbrücke bauen und meine Strompfeiler erneuern. Zu sehen ist davon noch nichts, keine Maschine, kein Pfeiler, nur Papier und Fristen. Es ist ein wichtiger Schritt, ohne den keiner der folgenden kommt.
· vor 195 Tagen
Ein einstimmiges Ja: Ich werde saniert!
Da stehe ich nun seit über 130 Jahren im Dienste der Menschen, spanne stolz meine Stahlbögen über die Donau und verbinde Stein mit Mautern. Doch ehrlich gesagt: Die Jahre und der schwere Verkehr haben an meinen Kräften gezehrt. Ohne Hilfe hätte ich womöglich bald schließen müssen - aber alle stehen hinter mir und haben beschlossen: Ich werde saniert!
· vor 263 Tagen
Eine Behelfsbrücke kommt an meine Seite
Nun ist es entschieden: Damit ich mich voll und ganz auf meine Kur konzentrieren kann, wird mir eine temporäre Ersatzbrücke die Last des Alltagsverkehrs abnehmen. Dank der gesicherten Finanzierung von rund 35 Millionen Euro kann ich beruhigt sein, während mein Stellvertreter... Mehr lesen
· vor etwa 6 Jahren
Ich werde schwächer
Es fällt mir schwer, das zuzugeben. Im September senkte man mein Gewichtslimit von sechzehn auf neun Tonnen, im Dezember weiter auf fünf, dazu Tempo dreißig. Jede dieser Zahlen ist ein Satz über meinen Zustand, den ich selbst nicht ändern kann.
· vor etwa 13 Jahren
Ein heißer Sommer setzt mir zu
Ein heißer Sommer, und meine Fahrbahn gab nach. Man musste mich zeitweise sperren und den Belag erneuern. Von außen sah man danach wieder eine ordentliche Brücke, aber erneuert war nur die Decke, nicht das, was darunter trägt.
· vor 81 Jahren
Geflickt, aber wieder begehbar
Man flickte mich mit dem, was da war: Roth-Waagner-Gerät, eigentlich für den Kriegseinsatz gedacht, eingesetzt in meine gesprengten Felder. Es sollte eine vorläufige Lösung sein und ist bis heute geblieben. Meine drei nördlichen Felder auf der Steiner Seite sind noch die von 1895, den Rest trage ich als Narbe.
· vor 81 Jahren
Der Tag, an dem man mich sprengte
Über diesen Tag spreche ich nicht gern. Am Ende des Krieges sprengte die Wehrmacht meine mittleren südlichen Felder, und zum ersten Mal seit 1895 konnte niemand mehr über mich gehen. Fünf Monate lang war ich keine Brücke, sondern eine Lücke.
· vor 131 Jahren
Mein erster Tag
An diesem Tag stellte man Gewichte auf mich, um zu sehen, ob ich halte. Ich hielt. Dann fuhren die ersten Fuhrwerke über meine Halbparabelträger, und was vorher eine Fähre oder ein Umweg war, wurde eine Sache von Minuten. Seither stehe ich hier.
· vor etwa 132 Jahren
Meine neuen Pfeiler wachsen aus dem Wasser
Im April 1894 stand ich noch, hölzern, wie ich es seit Jahrhunderten war. Neben mir aber wuchsen schon die Fundamente meiner künftigen, eisernen Pfeiler aus der Donau. Eine Illustration aus jener Zeit hält diesen Moment fest.
· vor etwa 133 Jahren
Man gibt mir ein Gerüst aus Eisen
Vier Jahrhunderte war ich die Holzbrücke, vom Wasser zermürbt und vom Winter zerdrückt. 1893 begann man mit dem Bau von etwas ganz anderem: einem Tragwerk aus Eisen, das nicht mehr jedes Frühjahr repariert werden musste. Es trägt den Namen des Kaisers, Franz Joseph.
· vor etwa 141 Jahren
Aus rund 3500 Kubikmetern Holz
Damals war ich noch die Holzbrücke, gebaut aus rund 3500 Kubikmetern Holz. In Krems lag stets Holz für acht Joche und neun Brückenfelder bereit, falls mir etwas zustieß: mindestens 1975 Stämme, bis zu 24 Meter lang. Sie kamen auf großen Flößen die Donau herunter, auch aus dem... Mehr lesen
· vor 142 Jahren
Eine Nacht, in der ich im Weg stand
Damals war ich noch die Holzbrücke. An jenem Septemberabend suchte ein Kettendampfer mit drei Schleppschiffen den Weg zwischen meinem fünfzehnten und sechzehnten Joch. Die Strömung trieb die Schiffe gegen mein Holz. Sie brachen, das erste sank sofort, die anderen im Lauf der... Mehr lesen
· vor 150 Jahren
Acht Laternen, drei davon rot
Damals war ich noch die Holzbrücke. Ab Jänner 1876 trug ich acht Laternen. Drei davon standen bei den Jochen, durch die die Schiffe fuhren, und zeigten stromaufwärts rotes Licht, damit man von weitem sah, wo der Weg hindurchführt. Die übrigen fünf bekamen flussaufwärts eine... Mehr lesen
· vor 187 Jahren
Man schrieb mir vor, was über mich fahren darf
Damals war ich noch die Holzbrücke, und seit jenem Oktober galt für jedes Fuhrwerk ein Maß. Neun Wiener Schuh Breite, nicht mehr, sonst wurden zwischen 2 und 25 Gulden fällig. Bei vierrädrigen Lastwagen mit schmalen Felgen waren 60 Wiener Zentner die Grenze, und die Radreifen... Mehr lesen
· vor 563 Jahren
Kaiser Friedrich erlaubt mich
Kaiser Friedrich III. erlaubte Krems und Stein, mich als Holzbrücke zu bauen und Maut zu nehmen. Nicht aus reiner Großzügigkeit: die beiden Städte waren ihm treu geblieben, während man ihn mit Frau und Sohn in der Wiener Burg belagerte, und mit mir sollten Handel und Gewerbe... Mehr lesen